Willkommen in Rabenstein!  

Dem "Ort im Grünen" am Stadtrand von Chemnitz

Die Geschichte des Kulturpalastes

The story of the forgotten Palace of a former cultur

Eine der wenigen originalen Farbansichten vom Palast

 Der Kulturpalast ein Haus mit Geschichte und ungewisser Zukunft!

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Chemnitz-Rabenstein

Ein Bauwerk mit vielen Namen      

  • Kulturpalast der Bergarbeiter
  • Kulturpalast Chemnitz
  • Wismut Kulturpalast
  • ab 1953 Kulturpalast Karl-Marx-Stadt  
  • Kulturpalast der Werktätigen
  • Fernsehstudio Karl-Marx-Stadt
  • DFF Fernsehstudio Chemnitz
  • MDR Fernsehstudio Chemnitz
  • Kulturpalast Rabenstein

Die Russen kommen!

Im Juli 1945 rückt die Rote Armee in die vormals amerikanisch besetzten Gebiete Sachsens ein.

Gezündet mit sächsischen Uran die erste russische Atombome

Mehr zur Geschichte der SDAG Wismut

Werbeplakat der Wismut

Logo der Handelsorganisation Wismut, wegen der allgemeinen Bevorzugung galt die Wismut in der DDR als “Staat im Staat”

Chemnitz in Schut und Asche

Die Innenstadt von Chemnitz 1953, wird immer noch von Ruinen geprägt.

Blick zur Bühne

Bühne des Theatersaales

Theatersaal

Theatersaal mit 900 Sitzplätzen

Pulsierendes Leben am Kulturpalast der 50er Jahre

Varieté50

Zum ersten Mal nach dem verheerenden Krieg konnte man sich wieder vergnügen, es herrschte Aufbruchstimmung auch im Osten.

An der Westseite befand sich ein ebenfalls von Säulen getragener Balkon

Auch der Kulturpalast Flayer von 1963 verwendet die falsche Zuordung zu Siegmar

 Innenansicht des Flayer von 1963

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Das Gebäude im Rabensteiner Mühlweg 5 hinter dem Palast wurde als Herberge für die Künstler errichtet.

Die Zeit als Studio des MDR

Max am kleinen Springbrunnen

 Im Jahre 1999 ist der kleine Spring- brunnen in der Pergolaanlage noch in Betrieb.

Die selbe Anlage wie oben Sprinbrunnen stillgelegt, die Pergolagen gesperrt und das Umfeld verwildert.

Das ehem. Haus für Körperkultur sieht nur noch von weitem gut aus.

Die geschlossene Schwimmhalle im Naherholungsgebiet Rabenstein stellt eine schmerzlichen Verlust dar, leider verhallten alle Proteste ungehört im Rathaus von Chemnitz.

Der ehem. Kulturpalast im verwahr- losten Umfeld, ein trauriger Anblick.

Auch Rabenstein hat jetzt Tempel der Kultur, nicht so alt wie die der Griechen aber fast genau so verfallen!Die heute in wildes Grün gehüllten Säulen haben nichts von ihrer einstigen Faszina- tion einge- büsst so das viele Fremde nach der Geschichte dieses monumentalen Bauwerkes im antiken Flair fragen.

Fiesta

Das hell erleuchtete Portal bei einer der letzten Fiesta Veranstaltungen im Kulturpalast am 29.09.2007

Literatur zum Palast

Buch von Lothar Schilde k.

”Der Kulturpalast” Die Geschichte des Hauses von den Anfängen bis zur Gegenwart, Buch von Lothar Schilde Verlag, Satz, Druck Druckerei Willy Gröer Gmbh & Co.KG Rabenstein

Die Geschichte vom vergessenen Palast einer untergegangenen Kultur

Am Nordufer des Pelzmühlenteiches zeigt sich dem Betrachter heute ein gespenstiges Bild, die leeren Hüllen monumentaler Gebäude stehen in einem verwahrlosten Umfeld. Noch kann man an den Konturen ablesen, dass sie einst Glanz und Größe ausgestrahlt haben. Trotz ihres Zustandes stellen die Bauwerke heute eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art dar. Sie sind Zeitzeugen der Nachkriegsgeschichte Sachsens.
Bei dieser beschriebenen Anlage handelt es sich um den ehemaligen “Kulturpark der Werktätigen”.

Mit unserer Seite wollen wir die Einheimischen an mansche schöne Stunde erinnern, welche sie in dem Kultur und Sportzentrum erlebten, Fremden deren große Geschichte nahe bringen und den Eigentümern, wie auch der Stadt Chemnitz vor Augen führen, dass diese Denkmale auf jeden Fall erhalten werden müssen. Dazu ist als erstes ein kleiner Ausflug in die Geschichte nötig.Die Pelzmühle "Freizeitpark der Jarhundertwende"

Die nahegelegene Pelzmühle war schon im vorletzten Jahrhundert zu einem Ausflugsziel, vor allem der Chemnitzer Stadtbevölkerung geworden. Hier gab es ein hervorragendes Ausflugsrestaurant mit Wasserspielen, Tiergehegen, und einem Teich mit Gondelbetrieb. Sogar ein kleines Dampfschiff zog hier seine Runden. Dieses Idyll hatte bis zum zweiten Weltkrieg bestand.

Nach dem Abzug der Amerikaner, welche unsere Heimalt vom NS Regime befreit hatten, zogen gemäß dem Abkommen von Jalta über die Aufteilung Nachkriegsdeutschlands, sowjetrussische Truppen als Besatzungsmacht in unsere Gegend ein. Diese requirierten 1948 zur Unterbringung ihres Offizierskorps einen breiten Streifen von Häusern und Grundstücken, teils auf Rabensteiner, teils auf Siegmarer Flur. Die deutschen Bewohner mussten ihren Besitz verlassen. Die Pelzmühle erkoren sie sich als Offizierskasino aus.

Noch ahnte keiner, welchen Auftrag die Offiziere mit sich trugen. Nur einige dutzend Geologen, welche der Roten Armee folgten, wussten schon genau was sie suchten, und zwar den Sprengstoff für die Russische Atombombe, Uran. In dieser Zeit arbeiteten die russischen Waffenschmiede fieberhaft daran, das amerikanische Kernwaffenmonopol zu brechen. Nur fehlte ihnen noch das dazu dringend benötigte Uran, da sie im eigenen Land noch keinerlei Uranerzvorkommen entdeckt hatten, geriet der Südosten Deutschlands ins Visier der „Atomgenossen“. Bereits vor dem Krieg war Uran in kleinen Mengen, unter anderem für Medizinische Zwecke im Erzgebirge abgebaut worden, dies hatten die russischen Geheimdienste bereits vor der Besetzung Westsachsens in Erfahrung bringen können. Und eben diese Tatsache machte das Erzgebirge für sie zum Strategischen Ziel Nummer Eins in Deutschland.

Geleitet wurde die Aktion vom Sowjetischen General Michael Malzew, welcher später auch der erste Generaldirektor des Bergbauunternehmens wurde. Malzew hatte schon Arbeitslager im russischen Kohlerevier geleitet, kannte sich also mit Bergbau aus.Generaldirektion der SDAG Wismut um 1978

Schon bald begann man unter strengster Geheimhaltung im Erzgebirge und in Ostthüringen mit zwangsverpflichteten Arbeitskräften nach dem begehrten Kernwaffenrohstoff zu schürfen.
Die schlechten Arbeitsbedingungen in den Schächten, Hitze, Staub, und Strahlung machten die Bergleute krank, viele sollten den Einsatz mit ihrem Leben bezahlen.

Wohl vor allem wegen der zentralen Lage, aber auch weil hier die Infrastruktur, ganz im Gegensatz zur Chemnitzer Innenstadt, noch recht intakt war, entschlossen sich die Russen, die Schaltzentrale ihres Bergbauunternehmens im Dreieck Siegmar, Rabenstein, Reichenbrand zu errichten. Um die waren Ziele des Engagements zu verschleiern gab man ihm den „harmlosen“ Namen Wismut. Diese „Wismut“ sollte später die DDR zum drittgrößten Uranproduzenten der Welt (nach den USA, und Kanada) machen.

In Siegmar entstanden die Gebäude der Generaldirektion der SAG (Sowjetische Aktiengesellschaft) ab 1954 SDAG (Sowjetisch Deutsche Aktiengesellschaft) Wismut.

 Das Gelände am Rabensteiner Pelzmühlenteich hatten sich die Sowjets für ihren Erholungspark auserkoren.
Impressionen vom einstigen Palast!
Nach sowjetischem Vorbild entstand der erste Kulturpalast Deutschlands, das Haus für Körperkultur (HfK) mit Schwimm - und Sporthalle, und die umfangreichen Parkanlagen mit Wasserspielen, Pergolagen und Pavillons. Zwischen dem im neoklassizistischen Stil errichteten Kulturpalast und dem HfK entstand ein großer, abendsHFK beleuchteter Springbrunnen. Die Wege, Straßen und Teichmauern wurden von dreiarmigen Bogenleuchten mit Opalglaskugeln erhellt. Im Pelzmühlenteich entstand ein neues Bootshaus im Stiele einer kleinen Seebrücke. Ab 1964 bereicherte ein Tierpark (heute “Tierpark Chemnitz”) auf dem ehem. Pelzmühlengelände die Anlagen. Der Kulturpalast selbst beherbergte einen Theatersaal mit ca. 950 Plätzen für Varieté, Konzert und nicht zuletzt politische Inszenierungen. Ein Zweiter großer Saal für Tanzveranstaltungen (der Rosettensaal) befand sich über dem großen Foyer. Rechts des Rosettensaales schloss sich das Kaffee und links das Restaurant des Palastes an. Die Bar war auf der Empore des Rosettensaales untergebracht. Im Erdgeschoss gab es neben den Graderoben noch eine Bibliothek, ein Billard und ein Kinderspielzimmer.

Die Architekten des Palastes waren die Herren, Kurt Ritter, Adam Burger und Joachim Rackwitz. Errichtet wurde er allerdings zu einem großen Teil von heute namenlosen Frauen, denn von den Männer waren in jenen Jahren noch viele in Kriegsgefangenschaft oder schufteten schon unter Tage für die Wismut. Unter anderem, künstlerisch bedeutend sind die zum großen Teil noch heute vorhandenen Kunstschmiedearbeiten von Fritz Kühn (Opernhaus Leipzig usw.).

Ansichten der GaststättenAnsichten ForyerZur Finanzierung dieser Kultur- und Sportstätten zog man die Bergleute mit heran. Auf Schächten und in den Betrieben wurden unbezahlte Sonderschichten gefahren. Nicht unbeträchtlich war der Anteil, den die Bergleute durch Eigenleistungen erbrachten. Der Erlös wurde für die Bauabnahmen im Kulturpark genutzt.

Schließlich wurde die Anlage bereits am 19.04.1950 eröffnet, am 14.01.1951 folgte dann noch eine Feierliche Einweihung an der auch der damalige Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl teilnahm. 
In jener Zeit waren die Sowjets bestrebt ihr Image unter der deutschen Bevölkerung zu verbessern. Auf Grund der Nazipropaganda, aber auch durch die ersten schlechten Erfahrungen mit der neuen Besatzungsmacht sahen viele die Russen noch immer als Feinde. Diese aber brauchten das Vertrauen einer deutschen Mehrheit um ihre Pläne durchsetzen zu können. Aus diesem Grund stellte man die neu entstandenen Kultur- und Sportstätten schon frühzeitig, über die Wismutangestellten hinaus der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Da in dieser Zeit das Stadtzentrum noch die Ruinen des Krieges “zierten”, entwickelte sich der Kulturpalast zu einem kulturellen Mittelpunkt der Stadt Chemnitz (ab 1953 Karl - Marx – Stadt). Viele namhafte Künstler jener Zeit traten hier auf und es gab ein breites Veranstaltungsangebot.kulturpalast Theater

Am 1. Mai 1953 begann das hauptberufliche „Volkskunstensemble der IG Wismut“ mit den ersten Proben im Kulturpalast. Das Ensemble bestand aus 60 Sängerinnen und Sängern, 20 Tänzerinnen und Tänzern und einem Orchester mit 18 Musikern. Der Etat sah eine Summe von 1,21 Mio. Mark pro. Jahr vor, eine Menge Geld in jener Zeit! Auch das Berliner Brecht Theater gastierte hier mit seiner Inszenierung “Die Mutter”. Besonders beliebt bei den Besuchern waren die Tanz - und Varietéveranstaltungen

Wenn es auch vielen „nicht DDR Bürgern“ paradox erscheinen mag, das gesellschaftliche Leben war in Honeckers Stasiland weit aus bunter, als die tristen grauen Fassaden des seinerzeit real existierenden Sozialismus dies erscheinen ließen. Das private Vergnügen der breiten Bevölkerung wurde sogarRosettensaal 50 vom Staat großzügig mit gestützten Gaststätten- und Eintrittspreisen gefördert. Diese „Medizin“ sollte gegen die Platzangst im eingemauerten Land und gegen den wachsenden Unmut über die Unzulänglichkeiten der sozialistischen Mangelwirtschaft helfen. Dadurch waren die Kneipen voll und es durfte gefeiert werden, dafür das dass ganze unpolitisch blieb, dürften die Tausenden an IM s der Stasi gesorgt haben welche es gerade im Vergnügungssektor gab. Jedenfalls, es war von den 50ern bis weit in die 80er hinein an fast jeder Ecke etwas los. Erst Mitte der 80er Jahre wurde der Niedergang der sozialistischen Planwirtschaft auch am “Kultur und Saufsektor” deutlich, eine Einrichtung nach der anderen brach marode zusammen.
Nicht so unser Kulturpalast, er wurde schon in seinen „Besten Jahren“, 1967 aus bis heute nicht ganz klaren Gründen geschlossen. Der wahrscheinlichste Grund ist der, die Wismut war in den späten 60er Jahren bestrebt den Halbseitenansicht keher lästigen Kultur-, und Versorgungssektor abzugeben. So kam auch der Kulturpalast unter die Hoheit der Stadt, Karl-Marx-Stadt, welche immer noch ohne einen neuen Stadtkern sich eher eine neue Stadthalle im Zentrum wünschte als ein Kulturkomplex am Stadtrand. Zumal es in jenen Jahren in der DDR einen regelrechten Stadthallenbauboom gab, wo alle vom Krieg zerstörten Städte mit neuen Kulturhäusern großzügig, aus den oben benannten Gründen bedacht wurden. Nun bleibt nur zu mutmaßen das die Stadtväter, aller Wahrscheinlichkeit nach dem Argument; „ihr habt ja den Kulturpalast draußen in Rabenstein“ bei den Berliner SED Genossen zuvorkommen wollten. Denn ansonsten hätte das Haus ja zumindest bis zur Stadthalleneröffnung 1974 bestand haben müssen.
Heute ist über den Kulturpalast kaum noch etwas zu finden, fast alles wurde fein säuberlich aus den Archiven entfernt. Ein kultureller Abbau passte ja so gar nicht in das Bild des sich entwickelnden Sozialismus. Noch heute scheint man in Chemnitz mit Blick auf die eifrig vorangetriebene Innenstadtbelebung Angst vor einem Aufleben des Kulturparks zu haben denn dessen Geschichte wird noch immer weitgehend totgeschwiegen.

Doch damals hatte das Haus Glück, das DDR Fernsehen suchte für den Süden der Republik ein Studio und fand in dem ehem. Kulturpalast das geeignete Gebäude. Es entstanden umfangreiche Nebengebäude so Werkstätten für Bühnenbildner , Schlosser, und Elektriker, eine ganze Halle für Requisiten und eine große Trafostation um den Energiehunger des Studios zu decken. Außerdem wurde das ganze Gelände mit einem hohen Stacheldrahtzaun umschlossen, so das es nun eher einer Stasizentrale als einem Kulturpalast glich.

Trotzdem die gesamte Inneneinrichtung des großen Theatersaales dem Studioeinbau zum Opfer fiel, entwickelten die Fernsehleute ein liebevolles Verhältnis zu dem Haus. Selbst als der Weggang des MDR schon feststand wurden von ihnen noch Maßnahmen zur Bestandssicherung durchgeführt.

Alles was an Unterhaltungskünstlern (heute Stars) in der DDR Rang und Namen hatte aber auch ausländische Künstler, die das Privileg erhielten hier auftreten zu dürfen, gingen im Studio Karl-Marx-Stadt nun ein und aus. Hier wurden eine Vielzahl von Sendungen des DDR Fernsehens produziert, so unter anderem die beliebte Quizsendung „Schätzen Sie mal“, oder “Spiel Spaß” eine ostdeutsche „Die Pyramide-Adaption“ mit Hans-Georg Ponesky ebenso wie viele der DDR Silvestershows.

MDR Studio Chemnitz 1999Selbst die friedliche Revolution in der DDR welche 1990 zur deutschen Wiedervereinigung führte, überstand das Haus als Fernsehstudio unbeschadet. Obwohl der Sendebetrieb des DFF (ehem. Fernsehen der DDR) mit dem 31. Dezember 1991 endgültig eingestellt wurde, übernahm der 31. Mai 1991 wieder gegründete Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) das Studio Chemnitz. Vom MDR wurde es bis zur Fertigstellung des neuen Leipziger Sendezentrums weiter betrieben.

Seit dem steht das traditionsreiche und imposante Haus leer. Zwischenzeitlich war es an ein Regionales Bauunternehmen verkauft worden, dieses wollte den Kulturpalast zu einer Seniorenwohnanlage umbauen, doch noch vor Baubeginn ging die Firma in Insolvenz. Stellt sich die Frage ob dies ein Glück oder Unglück für den Kulturpalast war?

1999 die Parkanlagen sind noch intakt.Ähnlich erging es dem einst so beliebten “Haus für Körperkultur”. Hier haben fast alle Kinder der umliegenden Stadtteile und Gemeinden über Jahrzehnte das Schwimmen erlernt. Viele nutzten das “HfK” regelmäßig, ob einfach zum „Baden“ ganz privat oder in Vereinen zum Hallen- oder Schwimmsport. Auch der Wasserrettungsdienst hat hier seine Kräfte ausgebildet. Nachdem die Wismut das HfK an die Stadt abgegeben hatte, wurde es als „Sport- und Freizeitcenter Siegmar“ weiterbetrieben. Obwohl die Zuordnung zu Siegmar falsch ist, denn die gesamte Anlage des Kulturpalastes wie auch die Pelzmühle liegen auf Rabensteiner Flur, wurde diese bereits früher oft verwendet. Der Grund ist relativ einfach Siegmar verfügte schon frühzeitig über eine günstigere Verkehrsanbindung (Eisen- und Straßenbahn), und man wollte damit einfach eine bessere Erreichbarkeit vortäuschen, denn ein eigenes Auto hatte kaum einer.

Jedenfalls wurde jetzt im Sport und Freizeitcenter Siegmar (SFS) lustig weiter „geplanscht“, aber für die notwendige Werterhaltung, geschweige denn für eine zukunftsträchtige Aufwertung der Anlage tat man von seitens der Stadt Chemnitz nichts. So konnten die Verantwortlichen 2002 dann auch konstatieren, die Besucherzahlen sind gesunken, der Investitionsbedarf ist zu hoch, und Chemnitz verfügt ohnehin über zu viel Bäderwasserflächen. Und damit war wieder einmal Rabenstein von einer Schließung betroffen, nachdem hier das einzige FKK Bad der Stadt (stets gut besucht) schon für immer schloss, wurde nun die einzige Schwimmhalle im Chemnitzer Westen mitten im Erholungsgebiet Rabenstein platt gemacht. Anscheinend fehlt es den Rabensteinern wirklich an einer Lobby im Rathaus, denn die Liste der Desaster im einstigen Vorzeigeort ließe sich so weiterführen, es sei nur an unsere Schulen erinnert. Also liebe Bürger schaut euch eure Kandidaten bei der nächsten Wahl etwas genauer an! Sicher es kann auch nicht sein das städtische Steuergelder unbegrenzt für hoch subventionierte Objekte ausgegeben werden, Paradox ist nur das im gleichen Zeitraum wo hier kein Geld für die Werterhaltung da war „unbemerkt“ ein Millionenbetrag im Bädersektor der Stadt unterschlagen werden konnte (“Chemnitzer Bäderskandal”). Mittlerweile wurde auch das HfK Gebäude an einen vermeintlichen Investor verkauft, der sich im Nachgang als Spekulant herausstellte, welcher die Immobilie weiter verrotten lässt. Wenn die Stadt schon nachweislich Fehler bei der Schließung wie beim Verkauf gemacht hat, so steht sie doch jetzt mehr denn je in der Pflicht Druck auf die Eigentümer der Objekte zu machen und bei der Suche nach neuen Investoren mitzuwirken.

Die Stadtväter sollten erkennen das der Tourismus auch in Chemnitz zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor werden könnte, welcher im Vergleich zur hochautomatisierten Industrie eher in der Lage ist Arbeitsplätze zu schaffen und somit auch die weitere Abwanderung gerade der Jungend stoppen kann. Sonst brauchen wir in Chemnitz bald wirklich nur noch „Senioren- Paläste“.

Die von engagierten jungen Leuten organisierten Fiesta Partys im ehem. Kulturpalast haben einen Weg aufgezeigt, wie man das Gebäude auch dauerhaft nutzen könnte. In einer Zeit wo alte Fabriken als Theater und Discotheken umgenutzt werden steht hier ein seinerzeit eigens dafür gebautes Haus leer und verfällt. Genau so gut sind Nutzungsmodelle als Musicaltheater , Kunsthalle oder Museum tragfähig, auch ein Erlebnisbad wäre hier denkbar. Wesentlich kleinere Orte als Chemnitz haben solche Projekte schon zustande gebracht, das Nutzungskonzept muss lediglich in die Erholungslandschaft Rabensteins passen.

Die Lage ist nahezu ideal, das Autobahnkreuz Chemnitz ist nur ca. 4 km entfernt, wir werden schon bald über zwei Abfahrten erreichbar sein, ebenso verläuft die Sachsen- Franken Magistrate der Eisenbahn direkt am Pelzmühlenareal vorbei und ist nur 5 min vom Bahnhof Siegmar entfernt. Der Flughafen Dresden und die Landeshauptstadt selbst sind mittlerweile in nur 30 min zu erreichen. Im Umkreis von nur 80 km leben ca. 5 Millionen Menschen. Zieht man diesen Kreis noch weiter liegen wir im Zentrum des neuen Europa. Die Stadt Chemnitz selbst verfügt endlich wieder über eine City die sich sehen lassen kann. Sie hat heute als Tor zum Erzgebirge ein, touristisch erschlossenes Hinterland welches im Zeitalter des einigen Europa weit ins Böhmische reicht.  Mit diesen Fakten und vielleicht der einen oder anderen „Fördermark“ aus Brüssel sollte man doch einen ehrlichen Investor, welcher den wahren Wert des Hauses zu schätzen weiß, finden können.Kulturpalast Hahn ca 03 75

Der derzeitige Eigentümer unseres Kulturpalastes hat erst kürzlich einen Antrag auf Abriss eingereicht, was bei vielen Chemnitzern Empörung und eine Diskussion über den Umgang mit Denkmalen auslöste.

In Sachsen gibt es Burgen und Schlösser wie “Sand am Meer”, aber trotzdem würde wohl keiner auf die Idee kommen, auch nur ein solches Bauwerk abreißen zu lassen. Gebäude, welche den Namen Kulturpalast tragen durften, gab es in der DDR nur drei, und zwar in Bitterfeld, in Dresden und eben hier in Chemnitz / Rabenstein. Selbst unter diesen Bauten nimmt der klassische Rabensteiner Bau eine einmalige Sonderstellung ein. In der DDR gab es nur eine kurze Periode (ca. 1948 bis 1953), in der eine derartige Architektur Anwendung fand. Angelehnt an das staatlicherseits propagierte sowjetische Vorbild besann man sich auf die großen nationalen Bautraditionen des 19. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre wurde die architektonische Gestaltung wieder zunehmend sachlicher. Es folgten preiswertere Zweckbauten. Aus diesem Grund sollte unser Kulturpalast den folgenden Generationen als authentisches Zeugnis zum Verständnis unserer Geschichte zur Verfügung stehen.

Dem Besucher, welcher heute des Weges kommt, sei empfohlen sich auf den Rand des großen Springbrunnens zu stellen, mit ein wenig Phantasie sieht man von da, wie einst das Gelände von Leben erfüllt war. Wie die Menschen über die breiten Treppen in den Kulturpalast strömen, wie die Kinder im Wasser des Brunnens planschen und Leute mit ihren Sporttaschen im HfK ein und aus gehen. Lässt man die politische Geschichte außen vor, muss man anerkennen, dass die Menschen hier in einer Zeit als selbst die Städte im Westen Deutschlands noch in Trümmern lagen Erstaunliches geschaffen hatten. Bleibt zu hoffen, das Vernunft und Geduld siegen, und die mächtigen Säulen des Palastes eines Tages wieder in hellem Lichte erstrahlen.
                                                                 

PB

New York USA

Östereich Wien

USA Virginia

 Deutschland  Karlsruhe

Deutschland Kassel

Der Neoklasizismus war keine Erfindung der Sowjets, er wurde kopiert von bedeutenden Bauden dieser Welt, auch in Deutschland ist er überall dort zu   finden wo wie im Altertum Größe und Macht demonstriert werden sollte  .